" Rumpftruppe“ schlägt Saarlouis 33:28 Drucken

Dank einer überzeugenden kämpferischen Leistung und schnellen Beinen konnten die wenigen Spieler, die Trainer Bergemann verblieben waren den Aufsteiger aus Saarlouis mit 33:28 in die Schranken weisen. Damit konnte der HC seine gute tabellarische Situation weiterhin festigen und rangiert derzeit mit 28 Punkten (letzte Saison waren es 29 Punkte insgesamt) auf Platz 5, während die Saarländer immer noch mit vier Punkten vor der Abstiegszone festhängen.


Während sich Frank Bergemann das Spiel der „Zweiten“ anguckte, wurde er bereits von allen Seiten bemitleidet ohne selber zu wissen, warum eigentlich. Was sich schnell unter den Zuschauern rumgesprochen hatte, erfuhr der Trainer erst von selbigen: Nachdem der Mannschaft schon die beiden an der Hand verletzten Basti Krämer und Guillaume Laout fehlen, gesellte sich im Vorfeld des Spiels mit Georg Münch ein weiterer Leistungsträger zum Lazarett. Ausgerechnet mit der letzten Aktion des Abschlusstrainings brach sich Georg einen Finger und setzt die Pleiten Pech und Pannen Serie der Erlanger Handverletzungen fort.

Die Devise für dieses Spiel war also ganz eindeutig, dass sowohl die Mannschaft, wie auch die Zuschauer noch ein Stück enger zusammenrücken mussten, damit ein weiteres Kapitel in der Erlanger Erfolgsgeschichte geschrieben werden konnte. Niemand wollte hängende Köpfe sehen, sondern eine Mannschaft, die in dieser Saison schon viele Male bewiesen hat, dass sie sich ihren Ruf als eingeschworene Truppe mehr als verdient hat.

Im Vorfeld des Spiels war viel vor Saarlouis‘ Spielmacher Grgic gewarnt worden, der auch nur 47 Sekunden brauchte, um seinen ersten 7m Treffer zu markieren. In Folge dessen entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führung häufig wechselte und sich keine Mannschaft wirklich absetzen konnte. Auf Erlanger Seite merkte man, dass Sebastian „Kirsche“ Kirchner die Woche Vorbereitung geholfen hat sich auf der Kreisläuferposition zurechtzufinden. Dank schöner Anspiele konnte er sein Trefferkonto schnell nach oben schrauben. Ab der 15. Minute hatte Tobi Wannemacher seinen Laden hinten endgültig im Griff und zeigte mit einem wieder einmal super aufgelegten Bayers im Tor wie man dem besten Angriff der Liga den Zahn zieht. Grgic kam dank einer engen Deckung nur schwer zur Entfaltung und der höchstkonzentrierte Innenblock zeigte eine tolle kämpferische Leistung, die dem Gegner wenig leichte Tore ermöglichte. Aus dieser starken Abwehr heraus zeigte das Erlanger Team sein gefürchtetes Tempospiel, bei dem Dani Stumpf sowohl als Vollstrecker, wie aber auch als Passgeber für Ben Schwandner in Erscheinung trat. Auch die zweite unfreiwillige Verschnaufpause von Hannes Münch, der daraufhin in der Abwehr von Claudio Schneck vertreten wurde, konnte das Bollwerk nicht schwächen. Neben Christoph Nienhaus, der in so gewohnt zuverlässiger Manier aus dem Rückraum traf, dass man es eigentlich nicht erwähnen bräuchte, konnte auch Mario Schmidtke sein geballte Kraft unter Beweis stellen und die Halle mit einem gewaltigen Rückraumtreffer in Staunen versetzen. Die erste Halbzeit endete dann wie sie angefangen hatte, indem Danjiel Grgic einen 7m Treffer mit der Sirene markierte und die Erlanger Führung auf zwei Tore reduzierte.

Hellwach kamen die Hausherren aus der Kabine, bauten die Führung erneut auf drei Tore aus und sorgten damit für helle Begeisterung auf den Rängen. Unter der Anfeuerung frenetischer Hüpfeinlagen und „Liebesbekundungen“ sorgten die Bergemänner durch eine weiterhin sicher stehende Abwehr und der Kombination aus schnellen Kontertoren mit ebenso klug ausgespielten Angriffen dafür, dass die immer müder werdenden Gäste zunächst nicht mehr zurück ins Spiel fanden. Dazu kam, dass sich Tobi Wannemacher bemühte sein Versprechen von zehn Toren noch einzuhalten und den gegnerischen Torwart in gewohnter Manier mit platzierten Würfen zur Verzweiflung trieb. Dass es am Ende „nur“ zur Hälfte gereicht hat fiel dank der Treffsicherheit der gesamten Mannschaft nicht mehr ins Gewicht.

Nichtsdestotrotz gelang es Saarlouis sich noch ein weiteres Mal heranzukämpfen, fand dann aber in der 53 Minute endgültig seinen Meister in Bayers, der mit seinem zweiten gehaltenen 7m die Quote von Grgic ruinierte. In Folge dessen enteilte Erlangen Tor um Tor bis Christoph Nienhaus die Partie mit seinem Treffer zum 33:28 beendete.

Nach dem Spiel zeigte sich Frank Bergemann sehr erleichtert, dass die Mannschaft die geforderten Tugenden an den Tag gelegt hat und wollte gar nicht lange über die Spieler reden, die nicht zu Verfügung stehen, sondern verwies auf jene Spieler, die an diesem Abend gezeigt haben, dass sie die Ausfälle hervorragend vertreten konnten und sich ins Rampenlicht gespielt haben. Des Weiteren dankte er dem Publikum für die tolle Unterstützung und gab der Atmosphäre einmal mehr eine „Teilschuld“ am Heimsieg. Eine besondere Erwähnung verdienten sich dann auch noch alle diejenigen, die im Hintergrund in allen Bereichen dafür sorgen, dass in Erlangen erfolgreich Zweitligahandball gespielt werden kann.

Trotz der Niederlage zeigte sich der Trainer der Gäste guter Dinge, dass der als Saisonziel ausgegebene Klassenerhalt erreicht wird, wenngleich sich die personelle Situation in Saarlouis ähnlich angespannt ist wie in Erlangen. Allerdings verdiente er sich die Anerkennung der Zuschauer, indem sportlich fair den Siegern gratulierte und nicht wie manche andere Gästetrainer fadenscheinig die Liste der Verletzten als Ausrede benutzen um dann beleidigt abzureisen.

Kommende Woche genießt die erste Mannschaft ein spielfreies Wochenende, bevor es dann in zwei Wochen am 20.03.2010 erneut zu Hause gegen Korschenbroich weitergeht.
Das heißt aber noch lange nicht, dass Sie auf Erlanger Handball verzichten müssen, da die zweite Mannschaft am 13.03.2010 ihr wohl entscheidendes Spiel um den Aufstieg in die Bayernliga in Landshut bestreitet und auf die Unterstützung möglichst vieler mitreisender Fans hofft. Anwurf ist in Landshut um 19.30 Uhr.

Für den HCE spielten: Bayerschmidt, Zapf, Heimansfeld, Hannes Münch (1), Kirchner(7/1), Stumpf (3), Nienhaus (8), Schwandner (3), Wannenmacher (5), Schmidtke (5), Schneck, Müller (1)

Siebenmeter: 1/2 : 2/4
Zeitstrafen: 10: 6 Minuten
Schiedsrichter: Jochen Fischer/Matthias Hetzel
Zuschauer:1150